08.05.2019

Unternehmenskulturen im Wandel

Führung von Digital Natives

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Der Anteil an Digital Natives an der Belegschaft nimmt zu. Wörtlich übersetzt sind das „digitale Ureinwohner“, also junge Leute, die von Geburt an mit dem Internet und sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, Instagram oder WhatsApp aufwachsen. Sie gehören zur Generation Z und haben andere Kommunikationsvorlieben und Anforderungen an ihre Arbeit als die Baby Boomer (Jahrgänge 1945 - 1964), Generation X (1965 - 1976) und die Generation Y oder Millennials (1977-1998).

Digital Natives treffen auf Tradition und Unmodernes

Wenn Digital Natives in den Unternehmen auf Führungskräfte treffen, die noch traditionelle Arbeits- und Lebensstile gewohnt sind, ergeben sich häufig Konflikte und gegenseitiges Unverständnis. Gute Auszubildende, Hochschulabsolventen und Fachkräfte sitzen heute jedoch am längeren Hebel. Aufgrund der demografischen Entwicklung können sie sich ihren Arbeitsplatz aussuchen. Unternehmen konkurrieren immer stärker um die besten Köpfe. Die Situation hat sich umgekehrt: Unternehmen bewerben sich und nicht mehr die Digital Natives. Die Rekrutierungsplattform Honeypot.io ist dafür ein gutes Beispiel.

Führungsmethoden und Unternehmenskulturen müssen sich daher modernisieren. Deutsche Unternehmen aus der IT-Branche und Medienwelt haben bereits zahlreiche Erfolgspraktiken von erfolgreichen Tech-Unternehmen übernommen. In vielen deutschen Unternehmen scheint die Zeit jedoch stehen geblieben zu sein. Hierarchien, Misstrauenskulturen, starre Arbeitszeiten und lieblos eingerichtete Arbeitsplätze dominieren noch immer. Höchste Zeit also etwas zu tun.

So ticken Digital Natives

  • Digital Natives kommunizieren schnell und intuitiv über WhatsApp, Facebook und andere soziale Netzwerke. Sie beherrschen Computer, Tablets und Smartphones und sind es gewohnt, Lösungen für Probleme blitzschnell und autodidaktisch im Internet zu finden. Wenn Sie Ihnen die besten Kommunikationsgeräte und -anwendungen bieten, sammeln Sie Pluspunkte für Ihr Arbeitgeberimage und beschleunigen – richtig eingesetzt - obendrein Ihre Arbeitsabläufe.
  • Digital Natives sind es gewohnt, Freunde jederzeit mobil über Smartphones zu erreichen. Sie vertrauen Empfehlungen von Freunden. Deshalb sollten Sie auch Ihre Einträge auf Arbeitgeberbewertungsplattformen wie Kununu (XING) im Auge behalten und ggf. gegensteuern.
  • Digital Natives stehen im Elternhaus häufig im Mittelpunkt, sind partnerschaftlich erzogen und nehmen an Entscheidungen teil (z. B. Ausflüge, Reisen, Essen, Einrichtung). Sie mögen daher Projektarbeiten und Netzwerkstrukturen und fühlen sich in hierarchischen und bürokratischen Strukturen unwohl. Sie möchten sich mit ihren Ideen und Verbesserungsvorschlägen einbringen.
  • Bei Digital Natives stehen im Durchschnitt nicht mehr die klassischen Statussymbole wie Geld und Macht im Vordergrund, da sie meistens gut behütet im Wohlstand aufgewachsen sind. Wichtiger sind für sie sinnvolle Aufgaben, in der sie ihre fachlichen und persönlichen Leidenschaften einbringen können. Das „Brennen“ für eine Sache ist ihnen wichtig. Ihre Leistungsbereitschaft ist dann hoch.
  • In einer Welt, in der vor allem in den Großstädten das Teilen wichtiger wird als das Besitzen (Sharing Economy), ergeben sich auch andere Anforderungen an die klassischen Vergütungs- und Anreizmodelle. Auch werden Angebote von Unternehmen, Arbeit und Beruf in Einklang zu bringen, immer wichtiger.
  • In modernen IT-Unternehmen mit magischer Anziehungskraft auf die High-Potenzials verschwimmen Arbeit und Freizeit. Arbeiten in der Freizeit und Freizeit während der Arbeit sind möglich und werden gefördert. Das Büro entwickelt sich zu einer sozialen Plattform mit Lounges, Ruheräumen, Sportangeboten, schicken Einrichtungen, zentralen Küchen und Bistros mit kostenlosem Essen.
  • Digital Natives mögen die Abwechslung. Ein Leben in einem Unternehmen und einer Position ist für Jüngere kaum vorstellbar. Manche gehen sogar so weit, sich gar nicht mehr an ein Unternehmen zu binden, sondern als Freelancer weltweit zu agieren. Vermittlungsplattformen für diese Clickworker wie oDesk erleichtern diesen Lebensweg. Es gibt sogar auf Internetnomaden spezialisierte Hotels in attraktiven Ferienregionen, die komplette Büroausstattungen mit WLAN und günstigen Mieten für viele Wochen und Monate Aufenthalt anbieten.

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