05.04.2019

Wann rechnet sich die Investition?

Energetische Gebäudesanierung

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Die Energiewende wird zum Top-Thema auch für Hausbesitzer. Immerhin verschlingen Immobilien rund 40 Prozent des gesamten Energiebedarfs in Deutschland, 30 Prozent entfallen allein auf Heizung und Warmwasser. Kein Wunder, dass viele Eigentümer überlegen, ihre Immobilie energetisch zu sanieren. Dabei mehren sich die Stimmen der Experten, die einräumen, dass sich eine energetische Sanierung kaum rechnet. Befürworter hingegen betonen, dass sich nachweisbar Einspareffekte erzielen lassen. Kostenbewusste Immobilieneigentümer sind gut beraten, kritisch nachzurechnen.

Energieeffizienz nachhaltig verbessern

Die Energieeffizienz eines Gebäudes ist verbessert, wenn mit weniger Energieeinsatz, insbesondere mit mehr weniger fossilen Energieträgern (Öl, Gas, Kohle), mindestens die gleiche Leistung erreicht wird. Wer Energie spart, spart Kosten, so der Anreiz. Das ist zwar richtig, aber zunächst müssen teure Investitionen getätigt werden, die die thermische Bauphysik und die Haustechnik verbessern:

  • Heizungsanlage und Verteilungssysteme (Rohre)
  • Fenster mit Wärmeschutzverglasung, Außentüren
  • Lüftungsanlagen, insbesondere Zu- und Abluftanlagen mit Wärmerückgewinnung und Außenwand-Luftdurchlass
  • Dämmung von Gebäudehülle, Außenwand, Dach, Keller, Geschossdecken
  • Erneuerbare Energien: Solarwärme, Biomasse (z.B. Holz), Erdwärme

Wann amortisieren sich die Sanierungskosten?

Wer Geld fürs Sanieren auf der hohen Kante hat, mag mit den eingesparten Energiekosten und dem guten Gewissen zufrieden sein. Für kostensensible Hauseigentümer ist die Frage nach der Wirtschaftlichkeit nicht pauschal zu beantworten. Zunächst muss die Immobilie energetisch analysiert werden. Die thermische Bauphysik hängt ja von vielen Faktoren ab, u.a. auch der Lage (Sonneneinstrahlung, regionales Klima) und Art des Gebäudes (Ein- oder Mehrfamilienhaus, Baujahr, Qualitätsstandard).

Im zweiten Schritt müssen der angestrebte Effizienz-Standard und die dadurch zu erzielenden Energiekosteneinsparungen den individuellen Sanierungskosten gegenübergestellt werden. Das ist eine Rechnung mit vielen Variablen. Da spielen Betrachtungszeitraum (z.B. 20 Jahre), Zinsniveau für Kredite, individuelles Nutzerverhalten, Energiepreisentwicklung und Ausführungsstandard eine Rolle. Man sollte verschiedene Szenarien durchrechnen.

Fest steht allerdings: In die Nähe einer schwarzen Null kommt man nur dann, wenn die rein durch die Energiesanierung hervorgerufenen Mehrkosten betrachtet werden. Sind etwa Dach und Fenster undicht, zählen die Grundsanierungskosten nach den Mindest-Energie-Standards nicht dazu. 

Hauseigentümer sind gut beraten, die Anforderungen des individuellen Objekts und die Lösungsszenarien mit einem Energieberater durchzurechnen.

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