Münsterland-Talk

11.11.2019

Prof. Dr. Roman Dumitrescu, Direktor Fraunhofer IEM

Neuer KI-Marktplatz - Künstliche Intelligenz in der Produktentwicklung

Prof. Dr. Roman Dumitrescu, Direktor Fraunhofer IEM, Vorstand Heinz Nixdorf Institut und Geschäftsführer des Technologie-Netzwerkes it’s owl, im Gespräch.

Herr Prof. Dumitrescu, Künstliche Intelligenz ist das neue Zauberwort in der digitalen Welt. Was steckt hinter dem neuen KI-Marktplatz, den Sie gerade aufbauen?

Der KI-Marktplatz ist eines von 10 Forschungsprojekten bundesweit, die im Wettbewerb „Künstliche Intelligenz als Treiber für volkswirtschaftlich relevante Ökosysteme“ des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) gewonnen haben. Das politische Ziel der Bundesregierung ist es, damit große digitale Leuchtturmprojekte zu realisieren und KI aus der Forschung schneller in die Praxis zu transferieren. Mit dem KI-Marktplatz schaffen wir eine Plattform für Künstliche Intelligenz speziell in der Produktentstehung.

Wer sind die Träger des neuen KI-Marktplatzes?

Der KI-Marktplatz wird gemeinschaftlich vom Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn, dem Fraunhofer IEM, dem Technologie-Netzwerk it’s owl und weiteren Partnern entwickelt. Insgesamt sind 20 Forschungseinrichtungen und Unternehmen daran beteiligt.

Wie funktioniert Ihr KI-Marktplatz? Ist er auch für kleine und mittelgroße Unternehmen interessant?

Unser KI-Marktplatz wird in vier Stufen entwickelt. Zunächst entsteht vermutlich bis Mitte 2020 eine Plattform, auf der KI-Anbieter und KI-Anwender zueinander finden können. KI soll die Produktentstehung stärker automatisieren und vorhandenes Wissen in der Produktentwicklung besser und schneller nutzbar machen. Aktuell arbeiten z. B. viele Produktdesigner in den Unternehmen noch zu stark manuell und nicht vernetzt genug. Durch KI sollen sie mehr Zeit für kreative Leistungen bekommen.

In der zweiten Phase geht es darum, dass KI-Anwender in einem gesicherten Datenraum Echtdaten zur Verfügung stellen, mit denen die KI-Anbieter dann ihre Systeme trainieren können. Die Pilotphase wird voraussichtlich zwei Jahre dauern.

Nach der dritten Phase in etwa drei Jahren möchten wir KI-Algorithmen rund um die Produktentstehung in einer Art App Store anbieten.

In der vierten Stufe, die etwa 5-10 Jahre dauern wird, geht es in der Grundlagenforschung um selbstkonfigurierende Software, die dann die klassische Softwareentwicklung ersetzen soll.

Ist der KI-Marktplatz auch für kleine und mittelgroße Unternehmen interessant?

Ja, auch produzierende KMU können vom neuen KI-Marktplatz profitieren. Eine wichtige Rolle im Wissenstransfer übernimmt dabei unser Technologie-Netzwerk it’s owl. Dabei spielt die Branche keine Rolle. Der KI-Marktplatz ist auch nicht auf Ostwestfalen-Lippe beschränkt. Unser vom Bundeswirtschaftsministerium mit 11,5 Millionen Euro gefördertes Projekt richtet sich an alle Unternehmen in Deutschland, die ihre Produktentwicklung optimieren möchten.

Reichen die KI-Initiativen der Bundesregierung, um den Wirtschaftsstandort Deutschland gegen China, USA und andere aufstrebende Nationen zu verteidigen?

Deutschland ist nach wie vor weltweit führend im Maschinenbau. Über 1.000 Mittelständler sind in ihren Nischen Weltmarktführer. Viele dieser Hidden Champions kommen auch aus Ostwestfalen-Lippe. Aber die Chinesen holen mit ihren gigantischen Investitionsprogrammen auf. Unser Vorteil ist das Wissen um Branchenprozesse. Wer z. B. Maschinen für die Brauerei liefert, ist prinzipiell auch in der Lage, eine Brauerei selbst zu betreiben. Dieses Branchenwissen müssen wir durch KI ausbauen und für neue Produkte besser nutzen.

Wir bedanken uns für das Gespräch Herr Prof. Dumitrescu. 

copyright BPF Best Practice Forum GmbH

Partner

Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik IEM

M.Sc. Tommy Falkowski
Zukunftsmeile 1
33102 Paderborn

Fon: +49 5251 5465 -435

Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik IEM

Online Antrag stellen - Für Ihre Finanzierung oder Geldanlage das passende Angebot

Ihre Unternehmenspräsentation

Ihr Experteninterview könnte hier auch stehen, wenn Sie Regionalpartner werden. Informationen dazu finden Sie hier.

Dipl.-Betriebswirtin Jutta Peschke

Partnerbetreuung mittelstand-münsterland.de
jpeschke@best-practice-forum.de  
Fon: 02304-594014

Münsterland-Talk

27.11.2019

Axel Schöttler, QUIX Nettesheim GmbH & Co. KG, Münster

Digitalisierung in der Gebäudereinigung

Alle Talks

Drucken
b-ass.org newcomic