04.09.2018

Was muss ich als Unternehmer berücksichtigen?

Unternehmensnachfolge

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Grundsätzlich sollten Sie die Unternehmensnachfolge zu Lebzeiten regeln. So kann die Übergabe Ihres Unternehmens auch in Teilschritten erfolgen, indem Sie z.B. zunächst nur einen Teil der Gesellschaftsanteile übertragen und die Geschäftsführung vorübergehend gemeinsam mit Ihrem Nachfolger ausüben. So können Sie dann auch noch »gegensteuern«, falls sich der von Ihnen auserwählte Nachfolger nicht bewährt.

Die Wahl der richtigen Gesellschaftsform

Einzelunternehmen sind für die Nachfolge ungeeignet. Das gilt sowohl für die Nachfolge in der Familie als auch für die Nachfolge mit Dritten. So ist insbesondere die unbeschränkte persönliche Haftung und die nicht klare Trennung zwischen betrieblicher und privater Sphäre ein großes Problem. Auch kann bei Einzelunternehmen kein vernünftiger »gleitender« Übergang gestaltet werden, da beim Einzelunternehmen nicht nach und nach Anteile auf den Nachfolger übertragen werden können.

Besser geeignet für die Nachfolge ist eine GmbH oder GmbH & Co. KG. Sie sollten die Wahl der Gesellschaftsform von der Unternehmensgröße und der steuerlichen Situation abhängig machen.

Die Wahl des richtigen Nachfolgers

Die Wahl des richtigen Nachfolgers ist die schwierigste aber auch wichtigste Entscheidung, die Sie als Unternehmer treffen müssen. Wenn es geeignete und motivierte Familienangehörige gibt, sollten Sie das Thema Nachfolge in der Familie offen ansprechen, ohne Ihren Wunschnachfolger unter Druck zu setzen. Sonst erzeugen Sie meist ungewollt eine Abneigung bei Ihrem Wunschnachfolger. Oft ist es auch sinnvoll, wenn der Nachfolger seine Ausbildung oder Praktika in anderen Unternehmen macht und dort Erfahrungen sammelt und lernt sich zu beweisen. Es ist besser, wenn er die »Anfängerfehler« in einem anderen Unternehmen und nicht bei Ihren Angestellten macht, bevor er die Rolle des Arbeitgebers übernimmt. Es ist aber auch keine Niederlage für Sie, wenn es in der Familie keinen Nachfolger gibt. Der kluge Unternehmer gestaltet die Nachfolge lieber mit einem qualifizierten und motivierten Mitarbeiter oder einem Externen, als mit einem unqualifizierten und unmotivierten Familienangehörigen. Das erspart Ihnen viel Ärger im Unternehmen und in der Familie.

Chancen des gleitenden Übergangs

Bei einem gleitenden Übergang können Sie den oder die Nachfolger langsam an die
Aufgaben heranführen und sukzessive mehr Verantwortung übertragen. Für Ihre Geschäftspartner bleiben Sie so zunächst noch als Garant für die vertrauensvolle Zusammenarbeit in der Vergangenheit erhalten. So ist am ehesten sichergestellt, dass Ihr Kundenstamm erhalten bleibt. Auch für Sie persönlich dürfte ein langsamer Übergang in den Ruhestand einfacher sein.

Chancen durch Einbindung aller Beteiligten in den Nachfolgeprozess

Durch die frühzeitige Einbindung aller Beteiligten in den Nachfolgeprozess lassen sich spätere Streitigkeiten unter den Erben oder Gesellschaftern, die nicht selten existenzvernichtende Ausmaße für das Unternehmen annehmen, effektiv vermeiden.

Streit entsteht meist durch enttäuschte Erwartungen und nicht vorhandene oder unklare vertragliche oder testamentarische Regelungen. Nach Ihrem Tode können Sie als »Familienoberhaupt« nicht mehr schlichtend eingreifen.

Autor: Dr. Ansgar Beckervordersandvort

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